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Heute bestimmt der Computer den Berufsalltag, sowie die Freizeit vieler Menschen. Mit dem Internetanschluss des eigenen PCs ist die Anbindung jedes Users (Benutzer) an ein gigantisches weltweites Informations- und Kommunikationsnetzwerk erreicht.


Computerherstellung

In einem Computer befinden sich bis zu 1000 verschiedene Stoffe. Allein in einem Computerchip befinden sich über 350 verschiedene Stoffe. Bei der Computerherstellung fallen bereits 95% der umweltbelastenden Stoffe an.

Stoffbilanz aus der Computerherstellung (Auszug)

 

Gruppe Element

Verwendung

Schwermetalle Blei

- im Monitor
- in Festplatten und auf Leiterplatinen

  Cadmium - zur Erhöhung der Leuchtkraft im Monitor (krebserzeugend)
  Nickel - auf Leiterplatinen ...
  Strontium

- Bestandteil der Beschichtung zur Erhöhung der Leuchtkraft im Monitor

  Thallium - Computerchips und Kleinbauteile
  Eisen  
Edelmetalle Gold, Platin
und Silber
- auf Platinen oder im Sockel einzelner Bauelement
  Silizium  
Leichtmetall Aluminium  
Metall Quecksilber  
Gase Stickstoff, Wasserstoff  
Säuren Salzsäure  
Kunststoff Polyester-, Polyamid- und Epoxidharze  
  Antimontroxid - zum Teil stark gesundheitsgefährdendes Flammenschutzmittel gegen Selbstentzündung
Verschiedenes Arcyllacke,
chloriete Lösemittel, Gummi, Harze, Öl, Oxi-dationsmittel
 

 

Bei der Herstellung von Leiterplatten fallen jährlich riesige Mengen von Sondermüll an.


• 70.000 t saure und alkalische Ätzlösungen, Lösemittelrückstände
• 15 Mio. m³ schwermetall- und komplexbildnerhaltige Abwässer


Hinzu kommen Abwasserbelastungen durch Bildschirmbeschichtungen o-der Platinenreinigung.
15% der kritischen Produktionsabfälle müssen auf Spezialdeponien gela-gert werden.

Recyclingfähigkeit

Theoretisch können heutzutage bis zu 97% aller in einen PC eingesetzten Materialien direkt wiederverwendet werden bzw. recycelt werden. In Wirk-lichkeit werden durchschnittlich etwa 83% eines PCs recycelt, 7 % direkt wiederverwendet und 10% werden deponiert.


48% Eisenschrott (voll recyclingfähig)
26,1% Buntmetalle (voll recyclingfähig)
13,4% Kunststoff und Glasgemische (nur sehr begrenzt
wiedereinsetzbar)
5% Chips, Speicherbausteine (direkte Wiederverwertung)
3,4 % Aluminium und Edelmetalle
0,3% Sonderstoffe wie Öle, Batterien, Kondensatoren
(teilweise recycelt, verbrannt oder endgelagert)


Mögliche ursachen für eine niedrige Recylingquote sind finanzielle Gründe der Unternehmen. Denn beim Recycling der PCs fallen ebenfalls erhebliche Schadstoffmengen an.

Problemkind ist die Entsorgung des Monitors, speziell der Bildröhre. Sie besteht aus Konusglas zur Steuerung der Kathodenstrahlen und Schirm-glas. Das Konusglas besteht aus Bleiglas, der Bleianteil beträgt 20% und macht das Konusglas somit für die Wiederverwertung in der Glasindustrie unbrauchbar. Das Schirmglas besteht aus einem Barium-/Strontium-Glas, das teilweise, zur Erhöhung der Leuchtkraft, mit sehr giftigen Materialien beschichtet ist.

Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen beim Monitor und Fernseher können die ausgedienten Gläser für Neugeräte nicht nochmals verwendet werden.

Mögliche Wege aus der Elektronikschrott – Problematik

Eine unterstützende Möglichkeit wäre eine recyclinggerechte Konstruktion. Für derartige konstruierte Computer vergibt das Bundesumweltamt das Prädikat „Blauer Umweltengel“.

Folgende Anforderungen werden an recyclinggerechte Konstruktionen von PCs gestellt ...


• möglichst viele wiederverwendbare Teile und Baugruppen
• Reparaturfreundlichkeit und dadurch eine lange Lebensdauer für den PC
• Beschränkung der Materialienvielfalt für das Produkt (insbesonde-re für die verwendeten Kunststoffe)
• Verwendung von Kunststoffen die durch Umschmelzung wieder-verwendbar sind
• keine Verwendung von krebserzeugenden Flammenschutzmitteln in Leiterplatten und Gehäuse
• ausschließliche Verwendung recyclinggerechter Stoffe


Ein weiterer Lösungsansatz könnte das „Geräteleasing“ sein. Der Herstel-ler verleiht für eine bestimmte Zeit den PC an gewerbliche oder private Kunden. Nach Rückgabe kann der PC, nach löschen der Festplatte, wieder verliehen werden. Verständlich ist, dass diese Lösung nicht im Interesse marktführenden Unternehmen/Hersteller ist. Ihr Ziel ist es ihr Produkt so oft wie möglich zu verkaufen.